Verdient aber glücklich: SV Todesfelde mit Wahnsinns-Finish zum ersten Zweitliga-Punkt

Knapp 500 Zuschauer sehen unglaubliche Schlussminute

Vor knapp 500 Zuschauern erkämpfte sich der SV Todesfelde am Samstagabend den ersten Punkt in der 2. Alsco Handball Bundesliga Frauen (HBF). Gegen den TSV Bayer 04 Leverkusen stand am Ende ein 35:35 (18:17) auf der Anzeigetafel. Nach einer Partie mit zahlreichen Aufs und Abs sowie einer dramatischen Schlussphase durfte sich die Mannschaft von Trainer Henning Ammen über einen gewonnenen ersten Bundesligapunkt in der Vereinshistorie des SVT freuen.

Guter Start, anschließend aber zu viele Fehler

Die Todesfelderinnen starteten zunächst gut in die Partie und lieferten sich ein ausgeglichenes Spiel mit dem Rekordpokalsieger aus Leverkusen. Bis zur 18. Spielminute konnte sich keine Mannschaft entscheidend absetzen. Ab der 20. Minute gelang es den Gästen jedoch, sich erstmals eine 2-Tore-Führung zu erspielen. Das Team von Trainerin Franziska Garcia baute diesen Vorsprung zwischenzeitlich sogar auf drei Treffer aus. Kurz vor dem Halbzeitpfiff reagierte der SVT und stellte im Angriff auf zwei Kreisläuferinnen um. Die eingewechselte Lilly Ciudad Benitez absolvierte ihre ersten Minuten im Bundesliga-Dress und stellte die Leverkusener Abwehrreihe mit ihren Sperren vor neue Aufgaben. Die Umstellung zeigte Wirkung: Todesfelde kam wieder heran und drehte die Partie noch vor der Pause. Mit einer 18:17-Führung ging es in die Kabinen. Nach dem Seitenwechsel erwischte der SVT erneut einen guten Start. Ein Treffer von Marie Grabowski und einige Paraden von Victoria Nigbur brachten die Blau-Gelben wieder mit zwei Toren in Führung. Insgesamt war die Begegnung jedoch von zahlreichen technischen Fehlern auf beiden Seiten geprägt. Dadurch blieb das Spiel zerfahren und keine Mannschaft konnte sich entscheidend absetzen. Die Führung wechselte immer wieder, mehr als zwei Tore Vorsprung konnte sich jedoch weder der SVT noch Leverkusen bis zu diesem Zeitpunkt erspielen.

Unglaubliches Finish mit Erinnerungen an Olympia 2024

In der Schlussphase wurde es dann noch einmal richtig dramatisch. Ab Spielminute 57:21 begann die Krimiphase der Partie. Leverkusen führte zu diesem Zeitpunkt mit 32:35 und alles deutete darauf hin, dass die Gäste die Partie für sich entscheiden würden. Doch der SVT gab sich nicht geschlagen. Lina Asmussen verkürzte in der 59. Minute auf 33:35, ehe ein schneller technischer Fehler der Leverkusenerinnen Todesfelde die Möglichkeit zum Anschlusstreffer gab. Diese Chance nutzte Finja Harms 40 Sekunden vor Schluss und warf den Anschlusstreffer zum 34:35. Die Stimmung in der fast ausverkauften Ludwig-Jahn-Halle kochte innerhalb weniger Sekunden wieder hoch. Konnte hier mit ganz viel Glück vielleicht noch der Ausgleich gelingen, so wie damals der Deutschen Nationalmannschaft bei Olympia 2024 gegen Frankreich?

Leverkusen nahm wenige Sekunden vor dem Ertönen der Schlusssirene nochmal eine Auszeit (59:45). Es blieben also 15 Sekunden für Balleroberung und Torabschluss für den SV Todesfelde, und es sollte tatsächlich funktionieren. Die die Todesfelder Abwehr hielt stand und eroberte den Ball schnell zurück. Was anschließend folgte, sorgte für den wohl lautesten Jubel in der Ludwig-Jahn-Halle seit vielen Jahren: Franziska Haupt fand mit ihrem Pass über die Hallenhälfte die am Kreis völlig freistehende Rieka Thal, die den Ball per Aufsetzer sicher zum 35:35-Ausgleich im Tor unterbrachte. Ausgleich. Abpfiff. Jubel. Das Hallendach drohte wegzufliegen.

Zusammenfassend war es sicherlich eine zerfahrene Partie, in der für den SVT angesichts des Spielverlaufs durchaus noch mehr drin gewesen wäre. Betrachtet man jedoch die dramatische Schlussphase und die zwischenzeitliche Drei-Tore-Führung der Gäste, ist der Punkt definitiv als gewonnener erster Bundesligapunkt für den SV Todesfelde zu bewerten. Und so durfte die Mannschaft gemeinsam mit den knapp 500 Zuschauerinnen und Zuschauern in der Ludwig-Jahn-Halle einen besonderen Moment feiern: Der erste Punkt in der 2. HBF ist da!

Deathfield